Boxvogels Mediathek (6) Terrorkrieg im Internet – Die mörderische Strategie des IS

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Wer es gestern verpasst hat, hier der Link zur Sendung „Exklusiv“  vom 13.07.2015 (ARD)

Terrorkrieg im Internet – Die mörderische Strategie des IS

 

Am Boden morden, plündern oder zerstören. Anschließend im virtuellen Raum die Weltöffentlichkeit mit schrecklichen Bildern schockieren und gleichzeitig die eigenen Anhänger weiter radikalisieren: Der sogenannte „Islamische Staat“, abgekürzt IS, ist die erste Terrororganisation, die kühl berechnend auf die Macht der Bilder und elektronischer Botschaften setzt. Dabei geht es schon längst nicht mehr um die Verbreitung von abstoßenden Videos. Laut der übereinstimmenden Ansicht von Sicherheitsexperten aus aller Welt haben islamistische Gruppen aus dem Umfeld des IS eine neue Front eröffnet: Sie wollen den Terror in den Westen tragen, um dort über das Internet Angst und Schrecken zu verbreiten.

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Das Phantom des IS-Terrors – Boxvogels Mediathek (6)

Abu Bakr al-Baghdadi gilt heute als gefährlichster Terrorist der Welt, aber die Welt weiß nicht viel über ihn. Der selbsternannte Kalif des Islamischen Staates meidet die Öffentlichkeit, bisher gab es nur wenige Fotos von ihm, wesentliche Details seiner Biographie waren ungeklärt.

Unbekannte Fotos und Dokumente

Einem Team von Süddeutscher Zeitung und ARD ist es nun gelungen, sechs bisher unbekannte Fotos und zahlreiche Dokumente aus seinem Leben zu finden. Darunter befinden sich Kopien seines Abitur-Zeugnis, seiner Studenten-Akte der Universität Bagdad sowie seiner Staatsbürgerschaftsurkunde.

Von Macht besessen

Weggefährten und Nachbarn zeichnen das Bild eines Mannes, der schon als Jugendlicher von Macht besessen war. Schnell stieg er in der Terrororganisation auf, denn der promovierte Doktor der Theologie (Note: sehr gut) findet noch für die schlimmsten Gräueltaten eine religiöse Rechtfertigung.

Boxvogels Mediathek

Wie der IS Jugendliche anwirbt

In ganz Europa versucht die IS, Jugendliche mit allen Kommunikationsmitteln für das Kalifat zu begeistern.Die Anwerber sprechen Deutsch, Arabisch und Englisch. Gefährdet, in den Fängen der IS zu landen, sind „allem junge Männer zwischen 13 und 35, aber immer wieder auch Mädchen“, weiß der österreichische islamische Religionspädagoge Moussa Diaw.

Auf der einen Seite sind es junge Menschen, „die sich einsam oder an den Rand gedrängt fühlen und auf der Suche nach einer besseren Gesellschaft sind oder einfach Anerkennung suchen“, erzählt Diaw. Aber es gibt auch Jugendliche, „die sich aus Naivität in den Bann der IS ziehen lassen, weil sie denken, dass das Ganze eine Art Abenteuerurlaub ist. Ihnen ist überhaupt nicht bewusst, dass dies­e Mission für sie tödlich sein kann. Sind sie erst im Ausland und erkennen, dass die Entscheidung falsch war, gibt es fast keinen Weg zurück“, so Diaw. Der Weg zur Radikalisierung folgt zwar gewissen Mustern, ist aber für Eltern, Verwandte und Freunde oft nicht rechtzeitig erkennbar: „Das kann schleichend gehen. Der junge Mensch tauscht sein Foto auf Facebook aus, verwendet gewisse Symboliken oder surft auf Seiten, die in Zusammenhang mit diesen Dingen stehen“, so Diaw.

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Quelle : Mediathek ARD Mittagsmagazin

Die klaren Worte Mansours bleiben nicht ohne Reaktion im Lager der Anhänger Abou Nagies und Vogels.

Bei der „wahren Religion“ ist von Stimmungsmache und Medienhetze die Rede –  von denen, die sich als “ die neuen Juden“ bezeichnen und ganz offen werden Drohungen ausgesprochen.

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TV- Tip : Gewalt im Namen Allahs – wie denken unsere Muslime? v. 28.09.2014

Seit Monaten beherrschen die Bilder der brutalen Terrorgruppe IS unsere Nachrichten. Unzählige Menschen wurden bereits von den Islamisten hingerichtet und gefoltert, ganze Landstriche sind in der Gewalt der Terroristen.

Ein hochgehaltener Koran und geballte Fäuste auf einer Demonstration © imago/Olaf Döring

Mehr als vier Millionen Muslime leben in Deutschland.

Die Berichte aus Syrien und Irak bleiben auch in Deutschland nicht folgenlos – in den Reihen der Terrorgruppe befinden sich junge deutsche Muslime, die sich radikalisiert haben und bereit sind, in den Dschihad zu ziehen. Und obwohl die meisten der mehr als vier Millionen hierzulande lebenden Muslime Gewalt ablehnen, wächst das Misstrauen vieler Menschen gegenüber dem Islam und seinen Anhängern.

Unterdrückung von Frauen, Kopftuch und Burka, undemokratisch, rückwärtsgewandt – die Vorurteile gegenüber Muslimen sind mannigfaltig. Die Nachrichten von terroristischen Anschlägen und Aktionen wie die Koran-Verteilung oder die Scharia-Polizei tun ihr Übriges und hinterlassen bei vielen Menschen ein diffuses Gefühl der Angst und Ablehnung.

Wie berechtigt ist die Furcht vor dem Islam? Was hat die Religion mit dem Morden und dem Terror der IS-Truppen zu tun? Welche Gefahr geht von deutschen Dschihadisten aus? Wie stehen unsere Muslime zum Islamismus?

Für alle, die die Sendung gestern nicht sehen konnten, hier der Link zur Mediathek

Gäste des TV-Runde:

Wolfgang Bosbach, CDU
Vorsitzender des Bundestags-Innenausschusses

Abdul Adhim Kamouss
Imam in Berlin, freier islamischer Prediger
auch über ihn haben wir bereits 2013 berichtet

Heinz Buschkowsky, SPD
Bezirksbürgermeister Berlin/Neukölln

Özlem Gezer
Redakteurin „Der Spiegel“

Stefan Buchen
NDR-Journalist bei Panorama

Medienkritik dazu vom Tagesspiegel (völlig berechtigt, wie wir leider anmerken müssen )