Manipulation auf leisen Sohlen – Gülen Bewegung

Gastbeitrag von Sigrid Herrmann-Marschall

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Warum die Gülen-Bewegung für unsere Demokratie gefährlicher ist als die Salafisten

Wesentlicher Bestandteil unserer offenen Gesellschaft und Demokratie sind freie Medien, freie Presse. Die Pressefreiheit hat nicht nur Verfassungsrang, sondern kann auch, wenn schon nicht Garant, so doch als Weg zur Wahrheitsfindung gar nicht überschätzt werden. Gruppierungen, die offen oder verdeckt diese Pressefreiheit nicht nur in Frage stellen, sondern auch bedrohen, kann man mit aller Berechtigung Feinde einer freien und offenen Gesellschaft nennen. Islamisten aller Couleur sind Gegner einer freien Presse. Kritische Berichterstattung ist ihnen ein Dorn im Auge, die Gegenmaßnahmen reichen von Anwaltsschreiben bei legalistischen Gruppen bis hin zu offenen Gewaltaufrufen gegen Journalisten durch jihadistische Sympathisanten. Bei offenen Gewaltandrohungen ist der gesellschaftliche Konsens sicher. Das Vorgehen legalistischer Gruppierungen wird hingegen meist erst gar nicht breiter bekannt. Sogar andere Journalisten scheinen sich oftmals zu scheuen, die Schikanen, denen auch seriös und wahrheitsgemäß berichtende Medienschaffende ausgesetzt sind, zu thematisieren. An einer Aufklärung der Inhalte selber sind sie erst recht nicht mehr interessiert: Die Kollegin, der Kollege dienen nur noch als abschreckende Beispiele, wie es einem ergehen kann, wenn man um die Berichterstattung über bestimmte Gruppen keinen großen Bogen macht oder sich gleich ganz gut mit ihnen stellt. Wenn bestimmte wahrheitsgemäße Inhalte nicht mehr berichtet werden, wenn auch nicht mehr berichtet werden kann, warum sie nicht mehr öffentlich werden können, dann kommt der Tod der Pressefreiheit auf ganz, ganz leisen Sohlen.

Eine dieser legalistisch operierenden Gruppierungen ist die Gülen-Bewegung

Die Gülen-Bewegung stammt aus der Türkei und geht auf den Prediger Fethullah Gülen zurück. Gülen lässt wechselnde Statements verbreiten, die auch nach Nützlichkeit und Zielgruppe wechseln. Mal angeblich demokratiefreundlich und egalitär, mal – zur Bewegung hin – streng sich auf den Koran berufend. Nach außen hin tritt die Bewegung bildungsorientiert und im Eigenmarketing apolitisch auf. Dass dies jedoch ein bewusst hervorgerufener Fehleindruck ist, dass sehr gezielt die politische und mediale Einflussnahme gesucht wird, zeigt sich nicht nur beim Blick in die Türkei. Der Gründer paktiert seit Jahrzehnten mit wechselnden türkischen Machthabern und regt seine Anhänger an, sie sollten unauffällig den Marsch durch die Institutionen antreten. In der Türkei haben sie das bereits und sind zu einem Machtfaktor geworden. Nach dem Zerwürfnis mit Erdogan in 2013, mit dem man lange gemeinsame Sache machte, ist Deutschland mit der hohen Zahl potentieller und auch realer Anhänger ein, wenn nicht der wichtigste Brückenkopf Gülens geworden.
Das liegt nicht nur an den strategisch verteilten Nachhilfeinstituten und Schulen, die oft unter Verdeckung des Gülen-Bezugs arbeiten, und der Einbindung fehlgeleiteter, weil fehlinformierter Politiker. Das liegt auch an der eigenen Medienmacht, die man nicht nur über den hauseigenen Medienkonzern ausübt, sondern auch die Infiltration der Medienlandschaft mit ausschließlich genehmen Positionen versucht. Breit werden strategisch ausgewählte Medienschaffende eingeladen, nach Art des „love bombing“ der Mun-Sekte mit Freundlichkeit geradezu ertränkt, um Zweifel an den Zielen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Wer so freundlich auftritt, kann doch nur ein guter Mensch sein und guter Demokrat. Auf diese Weise wurden schon Journalisten vom Spiegel, Vorsitzende von Landesmedienanstalten geladen, stellvertretende Intendanten und andere hochrangige Medienschaffende.

Zuckerbrot und Peitsche

Das ist das Zuckerbrot. Die Peitsche kommt, wenn kritisch berichtet wird. Dann kommen erst böse und ehrverletzende Kommentare im hauseigenen Deutsch-Türkischen Journal (dtj), dann Anwaltsschreiben und zuletzt Klagen. Die Kritiker, vor allem aber ihre Verbreitungsmedien, sollen eingeschüchtert, mürbe gemacht und klein gekriegt werden. Diese Vorgehensweise ist klassisch zur Zeit in Leipzig zu beobachten. Der MDR wird verklagt, obwohl er nach eigener, gerichtsfester Prüfung wahrheitsgemäß berichtete. Der Justiziar des MDR nahm trotzdem – angeblich eigenverantwortlich, was nach Rundfunkrecht so wie dargelegt gar nicht statthaft ist – den Beitrag aus dem Angebot. Wegen eines weiteren Beitrages, der wohl auf Protest der beteiligten Redaktion hin zustande kam, läuft die gerichtliche Auseinandersetzung noch. Die örtlichen Printmedien scheinen an den Hintergründen jedoch nicht breiter interessiert. Zumindest findet sich niemand, der da mal recherchieren will, weshalb der Leipziger SPD-Vorsitzende einen Stellvertreterkrieg ausficht, der für den Stadtverband nicht nur teuer, sondern auch rufschädigend ist. Parteieigene Verfahren haben versagt.
Man kann nur inständig hoffen, dass andere öffentlich rechtliche Medien sich ihrer Verantwortung bewusster sind als dieser in vorauseilendem Gehorsam tätige Justiziar des MDR. Wer, wenn nicht die öffentlich rechtlichen Medien, sollte das – überschaubare – Prozessrisiko für wahrheitsgemäße Berichterstattung tragen? Die Gülen-Bewegung hat bislang fast alle Verfahren vollumfänglich verloren. Was riskiert man also? Doch nur ein wenig Ärger und Arbeitszeit der juristischen Abteilung. Die aber sollte nicht nur dazu da sein, Prozesse abzuwenden, sondern auch dazu, sie auszufechten, wenn es die eigene Rolle dringend erfordert – und unser Gemeinwesen. Dafür zahlen wir auch unsere Gebühren, dass die Pressefreiheit hoch gehalten wird und nicht Spielball von Interessengruppen oder hauseigenen Bequemlichkeiten wird.

Leipzig ist überall

Auch wenn der Leipziger Fall stärker öffentlich bekannt sein könnte als andere und vielleicht auch ist, so ist dies kein Einzelfall. Gegen den Film „Der lange Arm des Imam“ wurde ebenfalls geklagt. Die Gülen-Bewegung verlor. Es gibt weitere Fälle, in denen beim Arbeitgeber angeschwärzt wurde, wie sogar im Gülenblatt dtj zugegeben. Medien, die sich sogar mit Weltkonzernen anlegen, werden schmallippig, wenn es um die Gülen-Bewegung geht. Bei keiner anderen Gruppierung, deren Beobachtung sogar vom Verfassungsschutz geprüft wird, ist eine solche Schweigespirale auch nur vorstellbar. Eine solche Haltung kennt man eigentlich nur aus anderen Ländern, wenn es z.B. um Scientology geht – oder die Mafia.

Too big to fail?

Ist die Gülen-Bewegung also schon zu mächtig? Nein, das ist sie nicht. Es ist der Popanz, den sie aufbaut und der ängstliche Gemüter und auch Profiteure beeindruckt. Krämerseelen, die den Popanz an sich lieben, und real Profitierende wie Dozenten, Wirtschaftsanwälte und andere, die vom größer als real aufgeblasenen Kuchen ein Stück abhaben wollen. Gier und Angst sind jedoch auch hier schlechte Ratgeber. Wenn man genau hinschaut, ist es vor allem jämmerliche Feigheit, die diese durchaus beachtlichen Effekte hervorruft. Denn wenn man genau hinschaut ist bislang kein Fall bekannt geworden, dass die Gülen-Bewegung jemanden hierzulande physisch ernstlich bedroht hätte. Wir haben den Rechtsstaat hinter uns. Sozialer Tod für Anhänger, die aussteigen wollen, ja. Wirtschaftlicher Ruin für Kritiker, ja, auch das wird angestrebt. Aber es ist kein Killer-Kommando zu befürchten, und wenn man sich den Anbiederungen der Bewegung versagt, passiert auch nichts jenseits des Umstandes, dass man am nächsten Morgen in den Spiegel schauen kann. Oder sein Geld auf bessere Weise verdienen muss.

Was die Gülen-Bewegung allerdings gefährlich macht, gefährlicher als die Salafisten, ist, dass sie diese Saat der Feigheit in die Mitte der Gesellschaft trägt. Wenn Presse- und Meinungsfreiheit Schaden nehmen durch einen solchen Popanz. Dass sie bewirkt, dass Menschen einknicken, dass nicht mehr kritisch berichtet wird, dass Menschen aus Angst um ihre berufliche Zukunft verstummen. Dass nicht mehr gesagt werden kann, was ist.

Dazu auch folgende Beiträge:

Gehirnwäsche im Auftrag des Imam

Verfassungsschutz bewertet Gülen-Bewegung neu

Fethullah Gülen: Wolf im Schafspelz?

 

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Gülen-Bewegung: Fällt die Maske?

Gastbeitrag von Sigrid Hermann-Marschall

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Die Gülen-Bewegung, in der Eigenbezeichnung auch Hizmet genannt, ist eine sektoide Gruppierung islamischer Ausrichtung. Sie geht auf den türkischen Prediger Fethullah Gülen zurück, dessen meist türkischstämmige Anhänger über viele Länder ein Netzwerk von Einrichtungen aufbauen. Nach außen hin wird Integration und Bildungsbeflissenheit demonstriert. Als wirkliche Ziele erscheinen jedoch die Abtrennung und Ausbildung einer Elite mit Unterwanderungsambitionen und Machtanspruch. Diese Ambitionen werden von einem eigenen Medienkonzern flankiert, der den Namen „World Media Group AG“ trägt.

 
Das Deutsch-Türkische Journal (DTJ) ist die online-Journal-Tochter der World Media Group AG. Neben ein wenig Information aus aller Welt, vor allem aber der Türkei, dient dieses Medium vor allem dazu, Meinung zu machen. Für die Bewegung – und zur Not gegen alle anderen.

Die vorteilhaften Ereignisse, die mit fröhlichen Kindern in bunten Gewändern, die mit naiven oder überrumpelten Honoratioren, die lässt man gerne eindringlich und in voller Pracht vor dem Auge des Lesers erstrahlen. Das gibt so schöne Artikel. Die Dinge jedoch, die ärgerlich sind für die Bewegung, weil Medien nicht auf das Marketing herein fielen, weil nachgefragt und -geforscht wurde. weil man sich nicht zufrieden gab mit dem, was die Gruppierung sehen lassen wollte, lässt man gerne von Kommentatoren abhandeln.
Indirekt wird so transportiert, was man meint oder will, aber natürlich hat das alles offiziell nichts mit der Bewegung zu tun. Wer käme denn auf so etwas. Die Bewegung ist gut und freundlich und wer das nicht glauben will, bekommt erst böse Kommentare und dann ein Grusskärtchen vom Anwalt. Dafür hat man seine Leute, da macht man sich die Finger nicht selber schmutzig.

Kommentatoren transportieren die inoffizielle Haltung

Die Bewegung selber bleibt im Dunklen, da man ungerne in Mikrofone spricht oder Interviews gibt. Da wird dann weggetaucht, vertröstet oder nur gemunkelt. All das ist sehr intransparent und es erweckt den Eindruck, dass man offene Fragen lieber nicht öffentlich beantworten möchte. Statt dessen setzt man auf die hauseigene medienmacht, die das transportieren soll, was genehm ist. Eine besondere Rolle nimmt dabei das DTJ ein, erreicht man damit doch nicht nur die Abonnenten, sondern auch Neugierige und nicht zuletzt den Kritiker und sein Umfeld, ohne dass sich dieser gegen die Darstellungen zur Wehr setzen kann. Eine gewisse strukturelle Zweiteilung ist dort zu beobachten:

Der nackte Kaiser

Manchmal finden sich unter diesen Ergüssen jedoch auch Perlen unerwarteter Selbstentblössungen wie in einem aktuellen Kommentar von Kamuran Sezer. In diesem Kommentar, wie in letzter Zeit häufig eine Kritiker- oder Medienkritik, geht es um einen Beitrag des NDR zu Problemen mit islamistisch verblendeten Schülern in Hamburg.
Wenn dieser Beitrag – auch als Kommentar – beim DTJ genehm ist, lässt dies erahnen, wie man sich und die Mehrheitsgesellschaft sieht.
Sezer meint u.a. unter der bemerkenswerten Überschrift „ARD-Nachtmagazin: Angst der Mehrheit unterdrückt die Meinung der Minderheit“:

„Die angebliche Mär muslimischer Mädchen, die nicht am Sport- und Schwimmunterricht teilnehmen dürfen, die Importbräute, Zwangsheirat und Ehrenmorde, Gewaltbereitschaft unter muslimischen Jungen, die angebliche Deutschenfeindlichen, von der die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder gerne propagierte, die Leitkultur und viele, viele andere Themen und ihre öffentlichen Diskussionen, die letzten Endes dazu gedient haben, die migrantische Community von ihrer deutschen Heimat zu entfremden und Rechtspopulisten eine kostenlose Vorlagen für ihren Aufstieg zu geben.“ 

Kamuran-Sezer-Gelsenkirchen

Kamuran Sezer

All diese Phänomene gibt es also gar nicht, sondern sie sind eine Erfindung der Medien. Da sitzen also lauter Rechte oder deren Sympathisanten herum bei den Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten. Und warum machen die das?

„Zumindest stellt man sich als Mitglied einer Minderheit, die in dieser Reportage zur Zielscheibe gemacht wird, diese Frage.“

Das ist schon ein seltsamer Schulterschluss. Danke, Herr Sezer. Dank auch an das DTJ.

Da gehen Jugendliche ein Mädchen an. Das findet er dem Anschein nach nicht kritikwürdig, ja nicht mal bedenkenswert, sondern sieht im NDR-Beitrag einen „Tiefpunkt medialer Manipulation“. Er solidarisiert sich nicht mit den Opfern, sondern meint einfach, dass es diese nicht gebe, nicht geben könne, dass das alles im Prinzip eine Erfindung ist, um Migranten, er meint jedoch nur Muslime, in ihrem Ansehen allgemein zu schädigen. Hier im Land ist alles erfunden und die bösen Jungs sind erst ISIS und Co. Blöd nur, dass ein erheblicher Teil der Salafisten mit diesen sympathisiert und so einige sich auch direkt auf den Weg machten. Die gibt es dann wohl auch nicht, alles Propaganda.

Die Mehrheit der Minderheit?

Sezer geniert sich auch nicht, sich zum Sprecher der Migranten zu machen:

„Denn sie ist ein weiterer Beleg dafür, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nur in der Lage sind, das Meinungsbild und die Bedürfnisse der deutschen Mehrheitsgesellschaft einseitig wiederzugeben und dafür das Meinungsbild und Bedürfnisse der migrantischen Minderheiten auszublenden.“

(Quelle)


Das „Meinungsbild und die Bedürfnisse der migrantischen Minderheit“? Mit der „migrantischen Minderheit“ können hier allerdings nur die Jungen gemeint sein, die Mädchen und Lehrer mobben, denn deren Verhalten wird im NDR-Beitrag kritisiert. Was unterstellt er anderen Migranten? Was projiziert er auf sie?
Er macht sich – folgt man der Logik seines Beitrages, wenn es die gibt – also dafür stark, dass Jungen an Schulen die selbsternannte Religionspolizei geben dürfen. Oder dass solche Handlungen erfunden sind, erfunden sein müssen wie Zwangsheirat und Ehrenmord. Die Mädchen lügen, die Lehrer lügen, die Medien machen sich absichtsvoll deren Lügen zunutze, um gegen Migranten im Allgemeinen zu hetzen. Migranten sind in seiner Darstellung Menschen, die nicht fehlen können. Wer etwas anderes meint, konkret berichtet, lügt, er spannt den großen Bogen.

 Eigene Parallelwelt

Nein, der Grund für diesen Bericht ist sicher nicht die „Panik vor ISIS“, wie er im Text auch spekuliert. Sondern schlicht, dass es nicht akzeptabel ist, wenn ein Mädchen dazu gedrängt wird, sich „islamisch zu kleiden“, wenn es nicht möchte. Dass es nicht akzeptabel ist, wenn gegen Lehrer ein Mob inszeniert wird. Oder soll es ein beachtenswertes, nicht zu kritisierendes „Bedürfnis einer Minderheit“ sein, Mädchen und Pädagogen unter Druck zu setzen? Er mahnt ernsthaft Meinungsfreiheit an für diese Halbwüchsigen, sieht es als „Unterdrückung“, wenn diese nicht wie gewünscht nötigen dürfen bzw. darüber kritisch berichtet wird? Nötigung im Namen des Islam findet also seine Billigung, da darüber nicht berichtet werden darf?

Bemerkenswert bei dem Ganzen ist also die Linie, die er ziehen will: Im Beitrag des NDR werden Probleme durch Jugendliche, die islamische Regeln durchsetzen wollen, thematisiert. Er fühlt sich anscheinend als Muslim betroffen und versucht aber, die gesamte migrantische Community als Zielobjekt dieser Finstermänner darzustellen. Die hilfesuchenden muslimischen Eltern (!) werden auch mal en passant sozusagen exkommuniziert.
Nein, Herr Sezer, sicher werden wenige andere so denken wie sie. Ich glaube auch nicht, dass viele andere Migranten z.B. meinen, „Ehren“morde seien eine Erfindung der Medien. Oder dass sie gemeint sind, wenn es um Probleme geht, die durch religiös-ideologische Verblendung verursacht sind.
Damit sind die wesentlichen Bestandteile einer Verschwörungstheorie beisammen: Die Phantasie eines Lügengespinstes, um Finsteres gegen die eigene Gruppe zu bewirken. Bei Nina Hagen hat das auch mal so angefangen. Aber vielleicht kann man die ja auch noch als Kommentatorin gewinnen, die wird dann in den Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten sicher auch noch wie gewünscht Reptiloiden ausmachen.

Halali!

Fethullah Gülen

Fethullah Gülen

 

Es geht um diesen Beitrag:

http://www.tagesschau.de/inland/mobbing-schule-100.html

Extremismus langsam salonfähig ?

Vor nicht einmal 24 Stunden berichteten wir über das geplante Verbot des Salafistenauftritts morgen in Bremen (Link).
Natürlich war klar, dass dies von Seiten der Salafisten nicht unwidersprochen hingenommen werden würde und in solchen Fällen arbeiten Gerichte zuweilen auch einmal schnell, wenn auch nicht zu aller Zufriedenheit, denn nun urteilten sowohl Verwaltungsgericht als auch Oberverwaltungsgericht am späten Freitagabend, dass die „Kundgebung“ der Salafisten Vogel und Lau in Bremen stattfinden dürfe.
Die Argumentation beider Instanzen ( und das darf man sich auf der Zunge zergehen lassen) lautet:
„Die bisherigen Äußerungen von Vogel und Lau hätten keine strafrechtliche Relevanz und seien deshalb durch die Meinungsfreiheit geschützt. Zudem gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Veranstaltung vor dem Überseemuseum gewalttätige Ausschreitungen nach sich ziehen könnte. Daher sei auch die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet.“
(Quelle )


Natürlich wird dies in Vogelkreisen gefeiert und so schwafelt auch der „Anwalt der Wahrheit“ alias Lawyer of Truth, alias Thomas Göcke, alias  Ibrahim al Almani oder – wie Georg Elser ihn gern nennt- der Ledersockenputzer Pierre Vogels  sofort wieder auf der Internetseite seines Herren:
„Nach diesem Urteil müsste doch einigen Menschen ein Licht aufgehen oder?
Nach all diesen lügnerischen Unterstellungen der Stadt Bremen und der Medien sollte dieses Urteil eine Ohrfeige sein….Wenn doch nur ein Funken Wahrheit an dem wäre, was man uns alles unterstellt, würde uns das Verwaltungsgericht das ihre Gesetze hütet und in diesem Sinne für Recht und Ordnung sorgt uns Rechtgeben?
Niemand hinterfragt die Zahlreichen Unterstellungen oder setzt sich mit uns in Verbindung um sich zu informieren. Kein Politiker oder irgendjemand möchte sich mit uns an einem Tisch setzen um bestimmte Problematiken oder Ängste zu besprechen….“

Ja, er hat Recht, es müsste so einigen ein Licht aufgehen! Aber nicht bezüglich der Harmlosigkeit dieser heuchlerischen Kuttenbrunzer, sondern der Gesetzgebung in unserem Land, die offenbar für Präventivmaßnahmen so wenig geeignet ist wie der Heiligenschein für jene, die man nun am morgigen Sonntag auf die Menschen los lässt.
Natürlich können Richter nur im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Paragrafen entscheiden – das jedoch hätten auch der Innensenator sowie das Stadtamt von Bremen wissen müssen und darum sollte auch denen nun endlich mal ein Licht aufgehen, welches sie ja meinetwegen am „Funken der Wahrheit“ der Salafisten entzünden könnten – es ist Zeit, Gesetze zu überarbeiten und endlich der real existierenden Gefahr des Extremismus und in diesem Fall des Islamismus anzupassen!
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Aber…. was nutzt die vielleicht in guter Absicht getroffene Entscheidung zum Thema Salafismus, wenn nicht nur unsere Gesetzgebung der Absicht Steine in den Weg legt, sondern die Extremisten anderer Art bereits in den Reihen derer zu suchen sind, die die Macht und Möglichkeit hätten etwas zu tun?!
Und so hat es nichts, rein gar nichts mit Rassismus oder Diskriminierung von Migranten zu tun, wenn Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel äußert, man wolle keine radikalen Türken in der CDU von NRW.
Denn offensichtlich ist es dort an vielen vorbei gegangen, dass man Mitglieder der konservativen türkischen Gülen-Bewegung in die CDU integriert hat:
„Tatsächlich gibt es einzelne Politiker der CDU im Ruhrgebiet, die sich offen zu den Grauen Wölfen bekennen oder die in sozialen Netzwerken israelfeindliche und antiamerikanische Karikaturen verbreiten.

In Düsseldorf wurde gerade ein Mann in die CDU aufgenommen, der Salafisten verteidigt hat und einen Verband leitet, dem Milli-Görüs-Anhänger angehören. Der Widerstand in der CDU gegen die Neuaufnahme soll groß gewesen sein. CDU-Landeschef Armin Laschet wird intern vorgeworfen, er bevorzuge einseitig konservativ-muslimische Kräfte innerhalb des Deutsch-Türkischen Forums (DTF) der CDU. DTF-Vorsitzender Bülent Arslan erklärte gegenüber dieser Zeitung: „Es gibt mit Sicherheit einige Leute in der NRW-CDU, die den Grauen Wölfen zuzurechnen sind. Diese Leute haben aber keinen großen Einfluss innerhalb der Partei.“ Graue Wölfe, findet Arslan, „haben in einer demokratischen Partei nichts zu suchen und sollten ausgeschlossen werden.“ Es sei aber „unheimlich schwierig“, die Extremisten aus der Partei auszuschließen, „denn man muss konkrete Anhaltspunkte dafür haben, dass sie dieser Gruppe zuzuordnen sind. Es ist ein kompliziertes Verfahren.“ (Quelle)

Nun könnte sich der Verdacht aufdrängen, das Eine hänge vielleicht mit dem Anderen zusammen…

Gedanken darf und sollte man sich machen, vor allem wenn man anlässlich von Wahlen bereits mit einem solchen Logo wirbt. Scheinbar kämpfen hier Ignoranz und Dummheit auf der einen und Größenwahn auf der anderen Seite um den Sieg. Man darf gespannt sein, wer das Rennen macht!cdu-ksiH-656x240-DERWESTEN

Polonaise mit Scheuklappen (Gastbeitrag von Sigrid Herrmann-Marschall)

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Wie sich Medienschaffende von der Gülen-Sekte einbinden lassen


Die Gülen-Bewegung stammt aus der Türkei und geht auf den Prediger Fethullah Gülen zurück. Gülen lässt wechselnde Statements verbreiten, die auch nach Nützlichkeit wechseln, mal angeblich demokratiefreundlich und egalitär, mal – zur Bewegung hin – streng sich auf den Koran berufend. Nach außen hin tritt die Bewegung bildungsorientiert und im Eigenmarketing apolitisch auf. Dass dies jedoch ein bewußt hervorgerufener Fehleindruck ist, dass sehr gezielt die politische Einflussnahme gesucht wird, zeigt sich nicht nur beim Blick in die Türkei. Der Gründer paktiert seit Jahrzehnten mit wechselnden türkischen Machthabern und regt seine Anhänger an, sie sollten unauffällig den Marsch durch die Institutionen antreten. In der Türkei haben sie das bereits und sind zu einem Machtfaktor geworden. Nach dem Zerwürfnis mit Erdogan in 2013, mit dem man lange gemeinsame Sache machte, ist Deutschland mit der hohen Zahl potentieller und auch realer Anhänger ein, wenn nicht der wichtigste Brückenkopf Gülens geworden.
Das liegt nicht nur an den strategisch verteilten Nachhilfeinstituten und Schulen, die oft unter Verdeckung des Gülen-Bezugs arbeiten, und der Einbindung fehlgeleiteter, weil fehlinformierter Politiker. Auch die World Media Group AG, der Medienkonzern der Gülen-Sekte, hat mit vielen in der Bewegung zentralen Figuren in Vorstand und Aufsichtsrat, seinen Sitz in Deutschland, genauer Offenbach. Der Medienkonzern veranstaltet seit 2012 jährlich eine „Journalismus-Akademie“, so auch aktuell.
Auch hier wird wieder eine Doppelstrategie gefahren. Zum einen geht es um den Nachwuchs, um die frühestmögliche Beeinflussung potentieller Multiplikatoren. Zum anderen geht es aber und dies ist das wichtigere Ziel, darum, unter dem Vorwand der Nachwuchsförderung möglichst viele hochrangige Medienvertreter als Testimonials zu gewinnen. Anders ist es nicht zu erklären, dass bei wechselnden Interessenten, die das Programm nur einmal mitmachen, man ständig neue „Dozenten“ sucht oder einkauft.
Schreibt man diese „Dozenten“ an und klärt sie über den Gülen-Bezug auf, so ergibt sich ein befremdliches Bild: Ein Teil weiß dies bereits, ist aber völlig auf das Eigenmarketing der Gruppierung fixiert und hinterfragt auch nicht, hält sich selber aber für überaus kritisch und nicht hintergehbar. Kritisch in der Theorie und unkritisch in der Praxis? Für manche geht das offenkundig zusammen.
Ein weiterer Teil bekommt Geld für das Engagement und reagiert schon gereizt auf die Nachfrage. Wohl Medienschaffende, die es besonders nötig haben. Es ist nicht ehrenrührig, in den heutigen Zeiten als freischaffender Medienmensch knapp bei Kasse zu sein; aber das Brot von manchen Auftraggebern ist dann doch nicht so bekömmlich auf lange Sicht.
Noch andere, in öffentlicher Funktion, begründen ihr Kommen damit, dass schon viele andere gekommen seien, dass dies ein übliches Verfahren sei und der Verfassungsschutz schließlich noch nicht das Verbot angeregt habe. Jedes dieser drei Argumente bietet Sprengstoff für sich. In der ganz, ganz schlechten alten Zeit nannte man Personen, die taten, was sie taten, weil andere es auch taten ohne eigene moralisch-ethische Wertung des Tuns an sich, Mitläufer. Man scheut sich nicht, Polonaise mit Scheuklappen zu spielen. Ein „übliches Verfahren“ einhalten, wenn es um eine Gruppierung geht, die z.B. gleiche Frauenrechte im Grunde nicht anerkennt? Das erscheint doch höchst unüblich und hinterlässt die Frage, warum z.B. die Gleichstellungsbeauftragten, die es in jeder der betroffenen Organisationen sicher gibt und die auf das Jota genau die Einhaltung z.B. von eher unwichtigen Sprachregelungen beäugen, hier nicht aktiv werden. Ganz verwegen ist der Verweis auf den Verfassungsschutz. Ist man nicht in der Lage, sich selber ein Urteil zu bilden? Mit dieser Begründung hätte man – eingeladen – auch an den Grillfesten von Dawaffm teilnehmen können, denn auch bei dieser Gruppierung gab es eine Zeit vor der Beobachtung, vor dem Verbot.
Bei jedem der Betreffenden wäre eine Eigenabsage völlig ohne Folgen geblieben jenseits dessen, dass man nicht hinging. Was treibt Menschen dazu, anzunehmen, sie könnten sich kein eigenes Urteil bilden? Diese Haltung lässt schwerste Zweifel an der allgemeinen Urteilsfähigkeit dieser Medienschaffenden zu, gibt es doch genügend aufklärende Berichte, z.T. sogar aus dem eigenen Haus. „Lesen hilft“, möchte man da ausrufen.
Etliche der Personen, die diese Veranstaltungsreihe mit gestalten, die ihren bislang guten Namen und den ihrer Institution dafür hergeben, wurden angeschrieben. Abgesprungen ist keiner. Sie werden irgendwann damit umgehen müssen, dass sie wider die Möglichkeit besseren Wissens, besseren Handelns mitgemacht haben bei einer äußerst fragwürdigen Marketingveranstaltung. Das aber wird dann ihr Problem sein.

Gülen – kritisch betrachtet . Wie Gülen-Medien die Realität verdrehen (Gastbeitrag von Jürgen P. Fuß)

fethullah_gulen1Da die Geschehnisse in der Türkei nicht ohne Auswirkungen auf unsere Gesellschaft bleiben, und besonders die       Gülen – Bewegung in Hinsicht auf einen radikalen Islam seit einiger Zeit bei uns ebenfalls im Gespräch ist, möchten wir in Zukunft auch Beiträge zum Thema Gülen bei uns aufnehmen.


Hier ein Beitrag der „
Aktuelle Türkei Rundschau


Eine Analyse von Jürgen P. Fuß

Erinnern Sie sich noch an die Tage der Juni-Proteste in Istanbul im vergangenen Jahr? Tage – nein wochenlang waren zahlreiche Journalisten deutscher und europäischer Medien vor Ort und berichteten in Wort und Bild, was sie mit eigenen Augen gesehen haben.

Zahlreiche europäische Politiker kommentierten die Ereignisse und mahnten die türkische Regierung zu Umsicht und Mäßigung im Umgang mit den Demonstranten. Mit der Entscheidung, den Taksim-Platz in der Nacht durch die Polizei räumen zu lassen, habe die türkische Regierung Bemühungen um einen friedlichen Dialog zerstört, kritisierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch die Vorgänge in Istanbul.

Im Oktober des gleichen Jahres legte Amnesty International seinen Bericht „Gezi Park protests: Brutal denial of the right to peaceful assembly in Turkey“ vor und nennt dabei u.a. folgende Zahlen:

Bis zum 15. Juli 2013 hatte es insgesamt 4.900 Festnahmen und 8.000 Verletzte, davon mindestens 61 Schwerverletzte gegeben. Die Türkische Ärztekammer sprach nach dem Amnesty-Bericht von 104 Opfern mit schweren Kopfverletzungen, elf Menschen sollen ein Auge verloren haben. Die Türkische Ärztekammer bestätigte ferner, dass drei Menschen während der Proteste durch exzessive Gewaltanwendung der Sicherheitskräfte getötet worden seien.

Von Seiten des türkischen Innenministeriums hieß es, dass während der Einsätze 600 Polizisten verletzt und ein Polizist gestorben seien.

In Deutschland konnten und können wir also auf eine umfangreiche Berichterstattung aus zahlreichen voneinander unabhängigen Medien über die Juni-Unruhen in der Türkei zurückgreifen. Gravierende Widersprüche sind dabei weder zwischen den Berichten der zahlreichen deutschen und europäischen Medien, noch in den Beobachtungen und Analysen unabhängiger Nichtregierungsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International erkennbar.

Gülen-Medien schildern eine andere „Realität”

Doch im Internet findet man bei einer Recherche auch ganz andere Darstellungen. So liefert das der Gülen-Szene zuzuordnende „DTJ-Online – das Nachrichtenportal für die deutsch-türkische Welt“ seinen überwiegend muslimischen Lesern in einem am 13. August 2013 erschienenen Beitrag „Gezi-Proteste: Ein Rückblick“ ein völlig anders Bild. Verfasser des Artikels ist Yasin Bas, nach Aussagen von DTJ-online Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist.

Yasin Bas schreibt über die Juni-Unruhen: „Tagtäglich wurden planmäßig Berichte und Bilder angeblicher oder tatsächlicher „brutaler Polizeigewalt“ in Print und Onlinemedien sowie TV-Nachrichten lanciert (gemeint sind dabei die deutschen Medien, Anm. des Verfassers) und europäische Interviews wurden dabei fast ausschließlich von Regierungsgegnern und so genannten „Opfern der Polizeigewalt“ verbreitet.“

An anderer Stelle stellt Bas fest: „Den Menschen in Europa wurden während der Zeit der Proteste selektiv ausgewählte Bilder und Aussagen geboten, die eher an eine Showveranstaltung erinnerte als an sachlich-objektive Berichterstattung. Die Mehrzahl der Medien, leider auch der staatlichen und durch Rundfunkgebühren – auch der türkischen Minderheit in Deutschland – finanzierten Medien ging ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich einer wenn schon nicht neutralen, dann wenigstens zumindest umfassend informativen Berichterstattung, kaum nach.“

Von den laut Amnesty International rund 8.000 (!) Verletzten steht in dem langen Artikel kein einziges Wort. Stattdessen beschränkt sich Bas darauf, die (materiellen) „Opfer“ der Unruhen aufzuzählen: „Die Bilanz des Zerstörungswahns durch die in hiesigen Medien (gemeint sind dabei die deutschen Medien, Anm. des Verfassers) als „Freiheitsaktivisten“ gelobten Randalierer in der Türkei: 45 Rettungsfahrzeuge, 90 öffentliche Verkehrsbusse, 60 öffentliche Gebäude, Bushaltestellen, 12 Parteibüros, 215 private PKW, 340 Geschäfte, 240 Polizeifahrzeuge und 70 öffentliche Überwachungskameras.“


Gülen-Medien unterstellen „unserer“ Presse „Gleichschaltung wie in totalitären Systemen“


Nach seinen langatmigen, überwiegend diffamierenden Ausführungen über die deutschen Medien und ihre Berichterstattung zu den Juni-Unruhen erreicht Bas seinen „propagandistischen Höhepunkt“: „Somit erweckten sie (gemeint sind die deutschen Medien) zumindest in den Tagen der Gezi-Proteste ein Bild der Gleichschaltung, das man eigentlich eher aus totalitären Systemen kennt.“

Gleichschaltung der Presse“ ist ein Ausdruck, der aus der Anfangszeit des unheilvollen Dritten Reiches stammt! Sicherlich keine versehentliche Assoziierung, die der Autor dabei erzeugen will. Solche Äußerungen verlangen jemandem, der mehrere Jahre in der Türkei gelebt und nahezu ein Jahrzehnt lang die Verhältnisse bei den türkischen Medien intensiv beobachtet hat, eine große Selbstbeherrschung, um nicht Gefühle der Wut gegenüber dem Autor zu empfinden. Doch das wäre sicherlich der falsche Weg!

Sicherlich wäre es zu einfach, dem Autor mangelnde Sachkenntnis zu unterstellen. Auch die Erklärung, DTJ-online habe mit dem Abdrucken des Beitrages Presse- und Meinungsfreiheit demonstrieren wollen, kann nicht als Erklärung (oder Entschuldigung) herhalten. Wer andere Beiträge von Bas liest und sich das Informationsangebot von DTJ-online anschaut, wird schnell erkennen: Hier gibt es nur das zu lesen, was der Gülen-Ideologie hundertprozentig entspricht. Und es wird alles aufs schärfste kritisiert, was der Gülen-Gedankenwelt zuwider ist. Ist das nicht die von Bas gescholtene Gleichschaltung – oder etwa das Ergebnis einer mehrjährigen Indoktrination … ?

Für mich gibt es nach einer solchen „Erfahrung“ nur eine Konsequenz: Wir dürfen keine Gelegenheit auslassen, vor der Gülen-Bewegung und ihren Mitgliedern zu warnen. Dort lebt und arbeitet man in einer islamischen Traumwelt, die mit unserer (europäischen) Realität nichts zu tun hat und die wir auch in Zukunft nicht haben wollen!


Nachtrag

In meinem Archiv bin ich auf eine Aussage des früheren US-Botschafters in Ankara James Jeffrey aus 2009 gestoßen: „Es ist unmöglich zu beweisen, dass Mitglieder der Gülen-Bewegung die (türkische, Anm. des Verfassers) Polizei kontrollieren, aber wir haben niemanden getroffen, der es bestreitet“ (zitiert nach Spiegel Ausgabe 32/2012). Ja, wenn dem so ist, muss natürlich alles getan werden, um die polizeilichen Maßnahmen gegen die Teilnehmer der Juni-Demonstrationen als rechtens und angemessen darzustellen!

© 2014 – Jürgen P. Fuß – Aktuelle Türkei Rundschau


Gedanken zum Extremismus

Offensichtlich ist die Politik (sprich Regierung, sprich unsere VOLKSVERTRETER) ständig so mit sich selbst beschäftigt, dass sie nicht nur teilweise auf dem rechten Auge nichts mehr wahrnimmt, sondern alle anderen Brennpunkte in diesem Land nicht für voll nimmt.
Denn beileibe nicht nur Ableger der NPD oder gewalttätiger Rocker sind in unserem Land umtriebig und erfordern endlich das wirksame Einschreiten von Seiten des Staates.

Da ist zum einen die Gülen Bewegung, die sich sogar mit „Bildungseinrichtungen“ etabliert und deren antidemokratisches Gedankengut und Streben nach einem islamischem Staat wohl kaum mit den Interessen unserer Gesellschaft vereinbar sind; da sind zum Teil fragwürdige islamische Vereine, denen unser Grundgesetz nicht behagt; da gibt es die islamistischen Extremisten in Form der Salafisten und, von nur wenigen beachtet, die „grauen Wölfe“ , eine Gruppe türkischer Nationalisten, die die Sicherheit unserer Gesellschaft gefährden.

 Bild

Der Verfassungsschutz warnt…“

Ja, er warnt – aber offensichtlich geht es über Warnungen und angebliche Beobachtung kaum hinaus, denn anders kann man es sich nicht erklären, dass z.B. am heutigen Tag wiederholt Salafisten die Möglichkeit dazu hatten, öffentlich zu verkünden, dass „der Islam nicht mit dem Grundgesetz vereinbar“ ist.
Und auch, wenn sie weniger häufig offen auftreten, so sind die „grauen Wölfe“ nicht weniger gewaltbereit und auch ihr Ziel liegt kaum im Interesse unserer Gesellschaft, denn sie fantasieren von einem großtürkischen Reich und schrecken auch vor Gewalt nicht zurück und ebenso wie die Salafisten haben sie ein klares Feindbild, welches sich gegen Kurden, Armenier, Griechen, Juden, Schwule und Christen richtet.

Nimmt man nun noch die auch als wenig friedlich bekannte Antifa hinzu, so wird einem schnell klar, dass es in unserer Gesellschaft brodelt, noch unterschwellig und für viele unbemerkt, jedoch wird sich die Situation sehr bald ändern, wenn Warnung und Beobachtung das einzige bleibt, was man von Seiten der Politik unternimmt.

In Deutschland sind sich ohnehin viele Politiker wohl nicht im Klaren darüber, mit wem sie es zu tun haben. So ließ sich der frühere Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) mit Grauen Wölfen fotografieren, der grüne Bundestagskandidat Rainer Blum trat im Sommer 2013 als Gastredner in zweifelhafter Gesellschaft auf, und der Berliner Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU) posierte vor einer Fahne türkischer Nationalisten. Hinterher zitierte ihn eine Zeitung mit den Worten: „Ich will mit Extremisten nichts zu tun haben.“

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Nur so lässt es sich wohl auch erklären, dass der türkische Premier Erdogan zum wiederholten Male die Möglichkeit hatte in Deutschland zu „seinen Türken“ zu sprechen.

Nicht nur Wahlkampf wurde da betrieben, nein, der „große Meister“, wie er sich selbst bezeichnet, fordert die hier lebenden Türken auf „ stolz und aufrecht zu sein“ , „Gleichzeitig bitte ich euch, dass ihr die Fahne der Türkei tragt und stolz darauf seid.

Dass solcherart Reden statt Integration Ausgrenzung fördern, scheint niemanden groß zu interessieren.

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Während also so mancher seiner Vorliebe für Kinder frönt;

das „Kavaliersdelikt“  Steuerhinterziehung (Kavaliersdelikt nur dann, wenn Sie A,B oder C-Promi sind) zum Sport ausartet;

während wir olympische Spiele spielen, wobei wir tunlichst vermeiden dort vor Ort über sexuelle Orientierungen zu sprechen, wogegen dies in Schulen zum Thema werden soll… wächst in unserem Land etwas heran, was wohl zu umfangreich ist, um seiner noch Herr werden zu können, geschweige denn, es zum öffentlichen Thema zu machen.

Kann es sein, dass man in den Regierungsetagen bereits kapituliert hat oder es bewusst totgeschwiegen wird?
Wenn in einem Land verurteilte Straftäter ganz öffentlich und ohne Konsequenzen ihr Opfer und die Angehörigen verhöhnen können, wenn fortlaufende Volksverhetzung von einzelnen Personen „nicht mehr ins Gewicht fällt“ da bereits ein Urteil erlassen wurde (um welches sich der Verurteilte jedoch einen Dreck schert), wenn Menschen auf offener Straße ganz klar bekennen können, dass unsere Gesetze für sie nicht relevant sind, wenn wir uns durch Untätigkeit am Tod junger Menschen schuldig machen, indem wir ihre Radikalisierung nicht verhindern – dann muss man leider sagen, dass unsere Demokratie bereits in den letzten Zügen liegt und man aus dem Wort Volksvertreter , die Silbe „ver“ getrost heraus streichen kann.

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