Humanistisch orientierte Muslime – es gibt sie

Der Islam, bzw. die Muslime sind keine homogene Gemeinschaft wie wir wissen , und deshalb gibt es inzwischen unzählige Vereine oder Interessengemeinschaften, die die Interessen ihrer Mitglieder vertreten (möchten). (dazu hier mehr)

Dass die Mehrheit der Muslime keine Mitglieder irgendeines Verbandes sind, spielt dabei keine, oder eine untergeordnete Rolle, jedenfalls nicht für die Verbände, womit sich der Verdacht aufdrängt, dass es hier vorrangig um eigene Interessen geht. (Über die Verflechtungen diverser Verbände innerhalb der Gesellschaft berichteten wir bereits mehrfach , u.a. hier)
Vorrangiges Thema, dem sich die Verbände widmen, ist die Stellung der Muslime innerhalb der Gesellschaft, und ihre Wahrnehmung, die geprägt ist von Vorurteilen, Ängsten und Sorgen.
Das Bundesministerium des Innern spricht in diesem Zusammenhang zunehmende Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte; Muslime und Flüchtlinge an.

“…Es müssen gesamtgesellschaftliche Lösungen erarbeitet werden..” , so das BMI und vor nunmehr 10 Jahren wurde dazu die Islamkonferenz ins Leben gerufen..
Nun, im Jahr 2016  “…war es den muslimischen Verbänden, Vertretern von Migrantenorganisationen und Bundesinnenminister de Maizière in einem Treffen Anfang der letzten Woche wichtig, deutlich zu machen, dass ein gemeinsames Anliegen darin besteht, gegen Islamfeindlichkeit, wie auch Rassismus und Antisemitismus gemeinsam vorzugehen. …” (Quelle BMI)

Die Frage darf erlaubt sein, was man in den letzten 10 Jahren erreicht hat, wenn doch auch heute noch, nach Ansicht der muslimischen Verbände, sich nichts an den Vorurteilen und einer zunehmend spürbaren Spaltung innerhalb der Gesellschaft, zum Positiven geändert hat. Das Argument, welches die Verbände anführen, ist uns wohlbekannt: “ die Medien sind schuld… Muslime würde in den Medien immer schlecht wegkommen, die Wahrnehmung durch die Extremisten geprägt….”

Bedeutet nichts anderes, als dass man eine andere Berichterstattung zu erwarten scheint, die sich, wenn es um Straftaten oder Terrorismus durch Muslime “sensibler” dem Thema widmet, was nichts anderes heißen kann als das man geschönte oder relativierte Berichte lesen möchte, oder vielleicht am besten gar keine.

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Nun gibt es seit 2015 das „Muslimische Forum“, das vielleicht den Wenigsten bekannt sein dürfte, im Gegensatz zum ZdM oder der Ditib. Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben anderen Ahmad Mansour und Mouhanad Khorchide:

“DER ISLAM IST BUNT UND HAT VIELE GESICHTER, DIE POLITIK ABER NEIGT DAZU, UNSERE RELIGION SEHR HOMOGEN ZU ERFASSEN. DAS WOLLEN WIR ÄNDERN”

Wie Khorchide, ist auch das „Muslimische Forum“ innerhalb der anderen Verbände umstritten.
Warum? Weil es einen anderen Weg geht, bei dem es “den Islam” und “die Muslime” nicht allein in einer Opferrolle sehen will, sondern sich mit Aufarbeitung beschäftigt.
Und auch deshalb sieht das Muslimische Forum die Islamkonferenz kritisch, denn es ist der Meinung:

“Terrorgefahr und gesellschaftlichen Spannungen lassen sich nicht in exklusiven Kreisen bewältigen!”

und spricht damit einen wichtigen Punkt an.

“Die Auseinandersetzung mit Themen wie „Muslimfeindlichkeit“ und „Übergriffe auf Gebetshäuser und Menschen muslimischen Glaubens“ ist dringlich. Mit Bedauern und Sorge nimmt das MFD jedoch zur Kenntnis, dass das BMI in den vergangenen Monaten über „Sicherheitsthemen“ mit muslimischen Organisationen unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert hat. Dabei wurden Interessen der Mehrheit der Muslime, die nicht in Verbänden organisiert ist sowie Belange von Akteuren in der deutschen Gesellschaft von den politisch Verantwortlichen außer Acht gelassen….

Konzepte zur Verbesserung der Sicherheitslage in der deutschen Gesellschaft unter Mitwirkung von Muslimen werden konkret nicht genannt. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass es derzeit keine nennenswerten Konzepte von Seiten der muslimischen Dachverbände und der Bundesregierung gibt.

Die Gefährdung der inneren Sicherheit durch den Islamismus salafistischer Prägung und die Verantwortung der muslimischen Verbände in diesem Kontext werden in der Pressemeldung nicht erwähnt. Ebenso ausgelassen wird die Forderung nach einem innerislamischen Diskurs, der das Ziel haben muss, demokratiegefährdenden Haltungen innerhalb und außerhalb der muslimischen Verbände entgegenzuwirken. Wir warnen davor, die Deutungshoheit über den Islam in Deutschland aus dem nahöstlichen Ausland beeinflussten und gesteuerten muslimischen Organisationen zu überlassen…

Ein gemeinsamer Schulterschluss gegen die islamistische Radikalisierung, den Antisemitismus und die Homophobie setzt voraus, dass alle Akteure die gleiche Meinung teilen, leider haben sich in der Vergangenheit einzelne Mitglieder der muslimischen Verbände immer wieder des Antisemitismus und der Homophobie schuldig gemacht. Diese Tatsache darf nicht unerwähnt bleiben, denn sie trägt u.a. dazu bei, dass die Abneigung innerhalb der deutschen Bevölkerung gegen Muslime wächst….”
(Quelle)
Wollen wir, dass sich in dieser Gesellschaft sowohl die Stellung der Muslime ändert, das gemeinsame Zusammenleben unter den Grundwerten unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung; wollen wir effektiv gegen Radikalisierung, Homophobie und Antisemitismus vorgehen, dann müssen wir genau mit diesen Muslimen Schulterschluss üben, denn nicht ein Mazyek, der “mehr Islam” im öffentlichen Raum vertritt, sondern liberale, humanistische Muslime sind es, die unsere Gesellschaft wirklich bereichern können.

Geben wir Ihnen eine Cance!

https://www.facebook.com/MuslimischesForum/about/

muslimisches-forum-deutschland

weitere Quellen:
https://www.bundestag.de/blob/405162/80a4e1e0a231dc5555afba8f0cab9b90/wd-1-004-15-pdf-data.pdf

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2016/10/treffen-mit-vertretern-muslimischer-verbaende.html

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Ein Kommentar zu „Humanistisch orientierte Muslime – es gibt sie

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