Pirincci vs. Todenhöfer oder – der Kampf der Worte

Felidae 2

Der eine liebt Katzen und Frauen und verhilft Ersterer dank ihres kriminalistischen Spürsinns zum großen Erfolg .
Der andere liebt Abenteuer auf unwegsamem Gelände, alles Orientalische und den Frieden über alles.size=708x398

Der eine hat eine spitze – manchmal vorlaute – Zunge, aber einen scharfen Verstand. Er schreit heraus, was ihm nicht passt und schert sich dabei wenig um politische Korrektheit und Anfeindungen.
Der andere wählt seine Worte vorsichtig und nicht zu laut, immer darauf bedacht, seine Freunde zu mehren.
Einer, ein Autor , der sich in viele Herzen schrieb, mit liebevoller Fantasie und Witz.
Und einer, ein Autor, dessen Fantasie scheinbar mit ihm durchging auf seinen Abenteuerreisen.

Der eine, geborener Türke, ist derart in unserer Gesellschaft integriert, dass er sich “ anmaßt”, laut anzuprangern, was vielen Menschen unserer Gesellschaft auf der Seele brennt, Probleme, die unser Land zerreißen, oder Dinge, die ihm einfach nur gegen den Strich gehen.
Der andere, hier geboren, ist derart von unserer Gesellschaft angewidert, dass er sein Leben denen verschrieben hat, die durch “die Schuld des Westens” leiden, deren Länder in Krieg und Verderben untergehen, weil „wir“ dort unser Unwesen treiben.

Warum ich hier so weit aushole?
Nun, ich mache mir Gedanken darüber, wie ungleich doch die gesellschaftliche Reflektion auf zwei Menschen ist, die beide nichts weiter tun, als das, was ihnen am Herzen liegt oder auf der Seele brennt – nur eben mit unterschiedlichen Mitteln und Worten.

Und während einer, der laut und direkt das ausspricht, was vielen unbequem ist, recht schnell von Politik und Medien, aber auch von Schmalspurdenkern abgestempelt wird, und jeder Depp bei “Wikipedia” Dreck über ihn ausgießt:
“…Seit 2012 betätigt er sich hauptsächlich als gesellschaftspolitischer Kommentator und Redner bei rechtspopulistisch und islamfeindlich ausgerichteten Veranstaltungen….”

darf der andere – weil leiser – ungestört, ja gar von den Medien hofiert, seine orientalischen Märchen verbreiten. Einfach, weil sie sich schöner lesen, weil man berührt ist, von so viel Menschlichkeit, so viel Friedenswillen und Mut, für den man sogar das eigene Leben aufs Spiel setzt, während den anderen sein lautes Wort nur die Existenz kosten kann.

Nein, ich bin kein Verfechter verbaler Direktheiten von Pirincci. Seine Felidae- Romane haben mir weit besser gefallen, als viele seiner neusten Verbalattacken. Aber ich verstehe die Intention dahinter und ziehe den Hut vor Menschen, die sich nicht verbiegen lassen.
Aber Humor, Satire oder Sarkasmus sind nun einmal nicht jedermanns Sache, weshalb die, die damit nichts anfangen können, dann eben gern das lesen, was der Herr der leisen, ja schluchzenden Worte auf 288 Seiten erbricht.
Tränen schießen seinen Lesern vor Rührung in die Augen und er, der so selbstlos für andere in den Kampf um Frieden zieht, ist ein “Ehrenmann” und ginge es nach seinen engsten Anhängern sogar der nächste Kanzler.

“Inside IS” , das vom Autor viel beworbene Buch (man lebt ja nicht von Likes allein) ist natürlich kein Roman im Stil der Felidae- Romane, dennoch lohnt es sich, einmal genauer anzuschauen, was hier als

„Ein wichtiges Dokument.“ (NDR „Bücherjournal“) bezeichnet wird, dessen Autor
“…als erster nichtmuslimischer, westlicher Journalist in den ‚Islamischen Staat‘ gereist ist” (Stern)
“Vor allem aber erhält der Leser durch die entlarvenden Interviews einen äußerst authentischen Einblick in das unfassbar brutale Denken der IS-Kämpfer….” (Nürnberger Zeitung)

Wenn man sich die Vita des Autors einmal anschaut, dann fragt man sich unwillkürlich – was ist ihm passiert , dem ehemaligen Medienmanager, der bis 1990 zur s.g. Stahlhelmfraktion des rechten Flügels der CDU angehörte?
“Er war einer der bekanntesten deutschen Unterstützer der von den USA geförderten Mudschahidin und ihres Guerillakriegs gegen die sowjetische Intervention in Afghanistan. … “ (Wikipedia)

Wer oder was ist verantwortlich für eine derartige Kehrtwende im Leben des Jürgen Todenhöfer?
Und wie schafft man es mit so einem Lebenslauf , sich als die Verkörperung des Frieden bringenden Rächers der Gequälten und Unterdrückten zu verkaufen?
Lese ich auf seiner Facebookseite, dann lese ich einen überdimensionierten Egomanen, der ungeachtet ihrer politischen Ansichten oder Ausrichtungen, seine Leser als “meine Freunde “ bezeichnet und der wenig Wert auf einen Austausch mit ihnen legt, solange sie nur beklatschen, was er in rührigen Worten absalmt. Kritisches Hinterfragen ist unerwünscht und führt zu einer recht schnellen Blockierung durch seinen Sohn.
Nun kann man einen Matthias Richter (Begleiter bei der Reise zum IS und Jugendfreund Frederic Todenhöfers) nicht blockieren, wenn dieser sich an die Medien wendet, um zu schildern, wie er denn die 10 Tage IS erlebt hat, aber die langjährige Freundschaft zur Familie Todenhöfer wird nun wohl schwer gestört sein.
Und da wir leider nicht dabei sein können, wenn Frederic und Jürgen das Hühnchen mit Matthias rupfen (sehr schade eigentlich), müssen wir uns damit begnügen, dass der große Egomane die Medien angreift, die unverschämter Weise (aber sicher mit einem Händereiben) die Wahrheiten des Reisebegleiters und Jugendfreundes Matthias R. abdruckten.
„Der Märchenonkel“
Jetzt könnte man sagen – Auflage ist alles und auch der Spiegel zeichnet sich nicht immer durch Qualitätsjournalismus aus. Deshalb lohnt ein Blick auf diese Seite -> http://www.vice.com
deren klasse Artikel über den Märchenonkel sich wirklich zu lesen lohnt !

„Die größten Dummheiten aus Jürgen Todenhöfers Buch ,Inside IS'“

Und nun komme ich zum Punkt, warum Pirincci in diesem Artikel eine Rolle spielt:

Gehen wir davon aus, dass das, was ihm zum Verhängnis wurde, nur der Ausdruck seiner persönlichen Meinung war, egal wie laut und egal wo vorgetragen, einer Meinung, die im Land der Meinungsfreiheit dazu führte, dass seine Bücher vom Markt genommen wurden, was unserer “Demokratie” einen hässlichen Anstrich verleiht, dann darf man sich doch auch fragen, warum ein Buch , das derart viel Halb- oder Unwahrheiten, sowie falsche Anschuldigungen enthält und zudem den Hass vieler Muslime hier im Land gegen “den Westen” weiter schürt , welches von “seinen Freunden” gefeiert wird, von denen sich nicht wenige im salafistischen Spektrum befinden oder, was auch nicht besser ist, der Antifa nahe stehen, dann wäre es doch nur ein logischer Schluss, auch dieses Buch, vor allem aber seinen Autor einmal kritischer zu betrachten.

Wir dürfen auf den nächsten Todenhöferschen Bestseller gespannt sein, der vielleicht den Titel trägt

„Malcolm – warum konntest Du nicht den Mund halten?“

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