Narrenzeit – nicht nur für Jecken

Karneval ist nicht jedermanns Ding.Eine Zeit, in der oft wenig Maß gehalten wird, so mancher über die Strenge schlägt. Aber auch eine Zeit der öffentlichen Satire. Viel Mühe geben sich Menschen bei der Gestaltung der Motivwagen, die aufs Korn und auf die Schippe nehmen, was die Menschen in den vergangenen Monaten bewegt hat.
Dem guten Geschmack sind dabei kaum Grenzen gesetzt, aber das Überspitzen, das bildliche Deutlichmachen ohne große Worte – das ist Satire!
So weiß beim folgenden Bild jeder, welche Aussage damit getroffen wird und es sind keine Meldungen bekannt, dass es zu Unruhen oder gar Festnahmen kam, obwohl hier eine obszöne Pose mit – immerhin – unserer Bundeskanzlerin beklatscht wird. Und wohl niemand kann sich vorstellen, dass nun ein übersensibles CDU-Mitglied mit Waffengewalt den Wagen am Weiterziehen hindert  (oder Schlimmeres)

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Es ginge ein Aufschrei durchs Land, der  weit über Närrinnen und Narren hinausgehen würde, weil dies eben zu unserem demokratischen Verständnis von Meinungsfreiheit gehört, ohne Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten.
Nicht so, wenn es um die (angeblichen) Vertreter der hier lebenden Muslime geht, denn Charlie Hebdo ist überall und so schwingt für mich hörbar ein leises Bedauern mit, dass es nicht gelungen ist , den Charlie Hebdos dieser Welt den Mund zu verbieten, wenn es um die eigenen Befindlichkeiten geht .
Nicht nur, dass man ( DITIB) es als Zumutung empfindet, dass es in einer Schule eine Vitrine gibt, in der das Cover der Satirezeitung ausgestellt ist – wohl sicher als Denk- und Diskussionsanstoß , ebenso wie zum Gedenken an die Opfer von Intoleranz.     (Quelle)
Nein , denn offensichtlich haben gerade in dem Bundesland, welches als eins der salafistischen Hochburgen zu verorten ist, die Veranstalter des Umzugs die Hosen voll und man kann sich vorstellen, wer da den Druck auf die Gedärme ausübt.

Dies nämlich wäre der Motivwagen gewesen, der für das Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit gestanden hätte und zugleich mahnend an eine Tat der Intoleranten ewigen Opfer erinnert hätte.

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Das wird er nun nicht….

„Grund ist nach Aussage des Kölner Festkomitees vom Mittwochabend, dass sich besorgte Menschen gemeldet hätten. In einer Pressemitteilung des Festkomitees heißt es, man stehe zwar immer noch zur Aussage des Entwurfs. Aber: „Wir möchten, dass alle Besucher, Bürger und Teilnehmer des Kölner Rosenmontagszuges befreit und ohne Sorgen einen fröhlichen Karneval erleben.“ Und ein Wagen, der „die Freiheit und leichte Art des Karnevals einschränkt“, sei nicht gewollt.

Bei Facebook hatte es bis vor einer Woche eine öffentliche Abstimmung über Ideen für den Wagen gegeben. Gewonnen hatte ein Motiv mit einem Clown, der die Waffe eines Terroristen zerstört…..“
(Quelle FAZ)

Diesen Satz : „…Und ein Wagen, der „die Freiheit und leichte Art des Karnevals einschränkt…“ muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Es ist also völlig in Ordnung, mit solchen Bildern auf brisante politische Themen aufmerksam zu machen, solange sie nur die Lachmuskeln aktivieren, ganz egal, welche ernste Botschaft dahinter steckt….
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Ein Motiv jedoch, welches deutlich macht, wie sehr eben diese „künstlerische“ Freiheit bedroht ist, hat keinen Platz in den Tagen der Narretei?
Warum fällt mir spontan „Brot und Spiele“ ein?

Aber es regen sich Stimmen, deren Verständnis für die Entscheidung des Festkomitees sich in Grenzen hält, bzw. nicht vorhanden ist und das ist gut so. Und so gibt es diesen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Köln, der hoffentlich nicht der einzige bleiben wird:

 

„…die Entscheidung des Festkomitees des Kölner Karneval, den Motivwagen Charlie Hebdo auszusortieren und nicht am Rosenmontagszug teilnehmen zu lassen, kommentieren Sie mit diesen Worten:

„Jeder Veranstalter muss sich fragen, was er aussagen will. Auch die Frage nach den Risiken muss man stellen. Das Festkomitee hat sich nach reiflicher Abwägung gegen einen “Charlie-Hebdo”-Wagen entschieden. Ich glaube, dass das klug ist.“

Ich erkläre Ihnen mal, was der Motivwagen aussagt: Ein Karikaturist mit Bleistiftgürtel und roter Knollennase, der eine Friedenstaube gemalt hat, stopft seinen Stift in den platzenden Gewehrlauf eines bärtigen Kriegers mit Dynamitstangen um den Bauch, dem Idefix ans Bein pinkelt. Hinter dem Karikaturisten sind die Gesichter der im Januar 2015 ermordeten französischen Künstler zu sehen. Der Motivwagen steht somit für Frieden, Meinungsfreiheit und das Recht auf Satire ein und spricht sich gegen Krieg, Gewalt, Fanatismus und Fundamentalismus aus.

Diese Aussage hat das Kölner Festkomitee aussortiert! Sie glauben, diese Entscheidung sei klug.

Ich glaube, nein, ich bin mir sicher, es ist die widerlichste Entscheidung, die das Festkomitee seit 1948 gefällt hat. Diese Entscheidung ist ein Schlag ins Gesicht all jener Jecken, die an den befreienden Moment glauben, der im Lachen wohnt. Es ist eine Kapitulation vor der Angst und ein Verrat am Karneval. Schämen Sie sich!

Was bitte soll daran klug sein, einen Wagen auszusortieren, der für Frieden und gegen Fanatismus ist?

Der Islamverband Ditib begrüßte die Entscheidung des Festkomitees. “Ich finde es sehr positiv, dass diese Entscheidung getroffen wurde”, sagte der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib). Genauso wie die muslimische Gemeinschaft in Deutschland die Werte anderer Menschen respektiere, so erwarte er auch, “dass man unseren Werten Respekt” erweise.

Moment mal, die Werte des Islams werden nicht respektiert, wenn man sich für Frieden und gegen Gewalt ausspricht? Ein Ja zur Meinungsfreiheit und ein Nein zu Fundamentalismus widerspricht den Werten des Islams? Was ist das für ein Bild vom Islam?

Mit dieser Einstellung zum Islam muss man im Kölner Karneval auch den Alkohol und Flöns verbieten!

Lieber Oberbürgermeister,

der exzessive Kölschkonsum, die Leckereien aus Schweinefleisch, die männliche Jungfrau in Frauenklamotten und all die halbnackten Mariechen sind ein deutlich höheres Sicherheitsrisiko als derCharlie Hebdo Motivwagen. Islamisten mögen all das nämlich gar nicht! Wäre es somit nicht auch klug, sich gegen all das zu entscheiden? Man muss sich schließlich die Frage nach den Risiken stellen!…….“

(Gerd Buurmann)

 



Greifen Sie also zum Stift oder zur Tastatur, wenn Sie diese Meinung teilen und machen Sie klar, dass übermäßig strapaziertes „Verständnis“ für religiöse Empfindlichkeiten nichts mit Toleranz zu tun hat, sondern damit, dass man das Feld den Intoleranten überlässt – und wohin das führt, wissen wir wohl alle!

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