Gedanken zur Freiheit

Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt und obwohl sich die Mehrheit der Menschen neben Gesundheit sicher auch mehr Frieden für das neue Jahr gewünscht haben, beginnt es mit Terror und Tod.
Europa, ja die ganze Welt ist schockiert von dem feigen Anschlag auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ in Paris.
Menschen, die eben noch gemeinsam mit ihren Familien die Feiertage  verbracht haben und mit neuen Ideen in das Jahr gestartet sind, wurden Opfer religiöser Fanatiker.

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Die Menschen sehen ihre Freiheit bedroht, für die sie hart gekämpft haben. Das Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit, das Recht auf Kritik und Satire, die den Menschen dazu dient, auf überspitzte Art den Finger in die Wunde zu legen – Kritik an dem zu üben, was unser gemeinschaftliches Leben stört.
Dieser feige Anschlag ist jedoch nicht nur ein Anschlag auf einzelne Personen gewesen, sondern ein Anschlag auf alle Menschen, die das Leben in einer säkularen demokratischen Gesellschaft wertschätzen –  und dazu gehören auch Muslime und Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen.
Hier geht es nicht nur um Rachegelüste, die einer religiös begründeten Beleidigung entspringen, vielmehr geht es langfristig darum, das friedliche Miteinander in unseren Ländern empfindlich zu stören.
Jeder, der nun ebenfalls auf Rache für diese feige Tat sinnt und seine verständliche Wut und Trauer auf den Schultern einer Glaubensgemeinschaft ablädt, spielt denen, denen ein Menschenleben nichts wert scheint im Vergleich zu einem Religionsgründer, nur in die Hände.
Jedoch helfen auch keine abgedroschenen Phrasen wie “ Das hat nichts mit dem Islam zu tun“, denn für die Täter, ob hier oder in Syrien , Nigeria, Pakistan, Australien oder den vielen anderen Ländern wo der Terror zuschlägt, ist es sehr wohl ihre Religion, auf die sie sich beziehen und die sie meinen verteidigen und beschützen zu müssen.
Diese Phrase ist ebenso falsch, wie „den Islam“ zu verurteilen, denn wie Muslime selbst am besten wissen, gibt es „den “ Islam nicht und auch ohne das Zutun einer verteufelten Demokratie oder dem Einfluss westlicher Länder, sind die Opfer innerreligiöser Konflikte im Islam kaum noch zu zählen.

Da hilft keine, von fast allen als halbherzig angesehene „Distanzierung“ muslimischer Verbände, wie auch ein User bei Facebbok schreibt :

„Wen wollt ihr eigentlich verarschen?

Ich durfte heute im SPIEGEL-ONLINE lesen, dass die „deutschen Muslime“ Kundgebungen gegen den Terror organisieren möchten. Mit den „deutschen Muslimen“ ist der Zentralrat der Muslime gemeint, ein Dachverband zahlreicher islamischer Organisationen. Anlass für die Kundgebung ist der Pariser-Anschlag bei dem schwer bewaffnete Islamisten 12 Menschen brutal ermodeten.

Kommen wir zum Thema Islamismus und islamistischer Terror, von dem sich der Zentralrat der Muslime ja nun distanzieren möchte. Fraglich ist meines Erachtens, wie glaubwürdig dieser Dachverband mit seinen Kundgebungen ist. Meine Skepsis hat einen guten Grund: Der Stv. Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Mahmut Askar, ist Generalsekretär der ATIB (Union Türkisch-Islamische Kulturvereine in Europa e.V), die ebenfalls Mitglied des Zentralrats der Muslime ist.

Wer die ATIB nun ist? Sie spaltete sich damals von der „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa“ ab, einer Auslandsvertretung der islamistischen und türkisch-rechtsextremen Grauen Wölfe (tr.: Bozkurtcular). Ihr Gründer ist Musa Serdar Celebi, ehemals der Chef der türkischen Rechtsextremen in Europa. Celebi ist in demokratischen, liberalen, linken, alevitischen und kurdischen Kreisen verhasst, denn er gehörte im Jahre 1978 zu jenen militanten Rechtsextremen, die bei dem Pogrom von Maras über 100 Menschen aufgrund ihrer links-politischen Haltung und ihres alevitischen Glaubens ermordeten.

Im Klartext: Einer der Haupttäter vom Maras-Massaker gründete die ATIB, deren Generalsekretär heute Stv. Vorsitzender des Zentralrats der Muslime ist, welcher nun Kundgebungen gegen den islamistischen Terror organisieren möchte.

Vergessen ist der islamistische Terror, der einst aufgeklärten Aleviten angetan wurde?

Wen wollt ihr eigentlich verarschen?“
(Mazlum Dogan)

Da ist vielleicht die Äußerung des ägyptischen Präsidenten al-Sisi ein, wenn auch wenig Vertrauen aufbauend ein Anfang, denn er beklagt öffentlich den Niedergang des Islam. Ihn stört, dass der Islam vom Rest der Welt nur als Quelle von Angst und Mord wahrgenommen werde, was eine beachtliche Beobachtung ist, die voraussetzt, dass man sich ja ernsthaft mit sich und seiner Religion auseinander setzt.
(Quelle)

Da gefällt mir doch eher die Frage von Ali Yildiz

„DIE Freiheit der Presse, die Freiheit der Meinung, schon immer war sie eine Gefahr für die Mächtigen und die mächtig werden wollen. Die Opfer in Paris, sie werden leider nicht die Letzten in diesem Jahr sein. Mein Beileid gilt den Menschen die besonders tief betroffen sind. Welchen Plan hat Deutschland vorgesehen?“

Der Plan kann auf keinen Fall sein, dass unsere Gesellschaft, eingeschüchtert von einer verkommenen Gruppe Terroristen, die meinen, im Besitz einer alleinigen, allgemein gültigen Wahrheit zu sein,  sich unser Recht und unsere Freiheit nehmen lässt.
Der Plan kann auch nicht sein, nun Menschen auszugrenzen, deren Religion zwar ebenfalls der Islam ist, die jedoch eine ganz andere, nämlich humane Lesart haben.

Die Tat in Paris war nicht die erste islamisch begründete und wird nicht die letzte sein, darüber müssen wir uns leider im Karen sein, vor allem, solange es in unserer Gesellschaft noch Menschen gibt, die diese Tat beklatschen und von gerechtfertigter Rache sprechen, denn sie haben nicht unsere Vorstellung von Demokratie.

Ja, es ist leider wahr:

ES GEHT EIN RISS DURCH DEUTSCHLAND!
Jeder zweite Deutsche empfindet den Islam als Bedrohung. Darum muss sich die Politik dringend kümmern. Dazu ein TV Kommenbtar vom Redaktionsleiter Carsten Isherwood.

Und wem unser Land und alle seine Bewohner, egal welchen Glaubens oder welcher Herkunft, am Herzen liegen, der sollte Verstand und Stimme nutzen und sich zu all den Menschen stellen, denen es ebenso geht – und das ist auch die Mehrheit der hier lebenden Muslime!
Dazu gehört aber auch, dass wir neben unseren „Volksvertretern“ auch unsere Feinde der Demokratie im Auge behalten, denn egal, wie gering die Zahl derer im Vergleich zur Mehrheit ist – wie groß ihre Schlagkraft sein kann, beweist leider das feige Attentat in Paris einmal mehr.

Die Sollbruchstelle der Freiheit  –  ein Blogbeitrag von Andreas Döding

„Worum geht es islamistischen Terroristen wie den Pariser Attentätern vom 7. Januar 2015? Geht es um Religion, um den Islam? Etwas, vielleicht. Geht es um politisch-weltliche Macht? Sicher, auch. Zuallererst aber geht es um Freiheit. Es geht also um alles.
Konrad Adenauer hat dies 1952 in der ihm eigenen rhetorischen Schlichtheit auf den Punkt gebracht: „Wir stehen vor der Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit Wir wählen die Freiheit!“ Damals war das Gespenst der Unfreiheit der Kommunismus. Wenige Jahre zuvor war es der nationalsozialistische Terror gewesen, der die halbe Welt in den Abgrund terroristischer Unfreiheit gestürzt hatte. Heute ist es ein global ambitionierter, terroristisch operierender Islamismus, der die Freiheit aller Menschen (und nicht nur „unsere“ Freiheit) bedroht. Die Ideologie ist dabei lediglich das Vehikel; ob Nazis, Kommunisten oder Islamisten; stets haben sie es auf individuelle Freiheiten, ja auf die Individualität an sich, abgesehen. Es scheint dem Menschen eine Tendenz innezuwohnen, andere zu unterdrücken und zu knechten; zumindest wenn er in Kollektiven auftritt; evolutionsbiologische Mutmaßungen über die Ursachen oder den „Zweck“ dieser Tendenz gehören nicht an diesen Ort. …“

zum ganzen Artikel

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Ein Kommentar zu „Gedanken zur Freiheit

  1. Leider hat man schon zu lange und zu oft klammheimliche Freude bei den Muslimen gesehen, wenn es den Ungläubigen mal wieder gezeigt wurde. Die klammheimliche Zustimmung unter den friedlichen Muslimen war manchmal gar nicht so gering. Wie soll man denen jetzt vertrauen, wenn sie Anteilnahme bezeugen. Oder heucheln, weil es brenzelig wird…?

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