Mehr Mitverantwortung von Muslimen!

Emel Zeynelabidin hat dreißig Jahre ein Kopftuch getragen – Heute steht sie der Verhüllung als religiöse Praktik kritisch gegenüber.
Sie war Vorsitzende eines islamischen Frauenvereins, verheiratet, gebar sechs Kinder und ist die Tochter des Gründers der islamischen Organisation Milli Görüs in Deutschland. Das Kopftuch gehörte für Autorin Emel Zeynelabidin („Erwachsen wird man nur im Diesseits“) dazu, bis sie es vor acht Jahren zur großen Überraschung ihres gesamten sozialen Umfeldes ablegte. Auslöser dafür war unter anderem die öffentliche Debatte in Deutschland Anfang der 00-Jahre, bei der ein mögliches Kopftuch-Verbot in öffentlichen Einrichtungen diskutiert wurde.(Quelle)

Heute äußert sie sich zu den umstrittenen Äußerungen von Nicolaus Fest und fordert mehr Mitverantwortung von Muslimen:
„Einiges, was Nicolaus Fest stört, stört auch mich als muslimische Frau!
Nämlich, dass es immer wieder Muslime sind, die junge Menschen zur Eheschließung nötigen, ihre Frauen aufgrund primitiver Vorstellungen von Ehre ermorden, und mit selbst ernannten Friedensrichtern eine Paralleljustiz praktizieren.
Wir leben gemeinsam in einer demokratischen Gesellschaft.
Was störend auffällt, kann und muss heutzutage beim Namen genannt werden.
Allerdings frage ich mich, ob diese Missstände vielleicht auch das Ergebnis von 40 Jahren Minderheitenpolitik islamischer Verbände sind.
Viele Nichtmuslime schließen vom Verhalten der Muslime und den Nachrichten der Medien auf den Islam. Deshalb trägt zweifelsohne jeder einzelne Muslim große Verantwortung.
Muslime, die den Islam als die absolute Wahrheit für sich zur indiskutablen Gesetzesreligion mit einem autoritären Gott erklärt haben, leben für das ersehnte Paradies im Jenseits.
Dazu haben wir nun inmitten unserer modernen Gesellschaft eine exotische Parallelwelt, die mit eigenen Bekleidungsregeln, Geschlechtertrennung, einer ritualisierten Religionspraxis und einem Fachjargon eine kollektive Minderheit geschaffen hat, mit der die nicht muslimische Mehrheitsgesellschaft lernen muss umzugehen.
Und das ist vielleicht das Ergebnis von 40 Jahren Integrationspolitik!
Ich bin vor einigen Jahren aus dieser Parallelwelt ausgetreten, ohne dabei meinen Glauben an den einzigen Schöpfergott zu verlieren. Glaube und Gottverbundenheit sind auch ohne Religionspraxis möglich, habe ich festgestellt.
Die Realität unserer Menschheitsgeschichte zeigt, dass der Mensch sich entwickeln kann, wenn er Fragen stellen darf. Meine erste Frage war damals gewesen: Was hat Allah gegen Damenfrisuren? Seitdem lebe ich für ein „Erwachsenwerden im Diesseits“.
Unsere Integrationspolitiker, die mit islamischen Verbänden zusammenarbeiten, sind aufgefordert, dafür zu sorgen, dass nicht der Islam zum Anlass werden darf,
► Kriminalität und Extreme zu fördern,
► Integration zu hindern,
► Gesetze der Zuwanderung und des Asylrechts nachteilig zu beeinflussen.
Als Gläubige stört es mich vor allem sehr, dass im politischen Treiben der islamischen Organisationen die universale Botschaft des Islam nicht vermittelt wird:Liebe und Dankbarkeit für jeden Atemzug, der Leben und Menschsein ermöglicht.
Wer liebt und dankbar ist, ist friedlich.
Die Welt braucht dringend Frieden!“

(Quelle)

Emel-Zeynelabidinneu

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