Religionsfreiheit und Apostasie im Islam – oder „Ihr kommt alle in die Hölle“

 

„Es gibt keinen Zwang im Glauben“.


Ein Satz, der bei Nichtmuslimen sofort Protest hervorruft. Zum einen, weil allerorts Menschen, die sich selbst Muslime nennen, Menschen die Hölle androhen, sollten sie nicht bereit sein, sich rechtleiten zu lassen. Zum anderen gibt es da die große Gruppe der Exmuslime, von denen nicht wenige ständigen Drohungen ausgesetzt sind, selbst wenn sie in nichgtislamisch geprägten Ländern laben, sondern etwa in Österreich, der Schweiz oder Deutschland.

Koranvers 256 Sure 2 besagt in Vers 6:
„In der Religion gibt es keinen Zwang (d.h. man kann niemand zum (rechten) Glauben zwingen).“
relativiert wird aber im folgenden Vers das Gesagte derart
„Gott ist Freund derer, die gläubig sind. Er bringt sie aus der Finsternis hinaus ins Licht. Die Ungläubigen aber haben die Götzen zu Freunden …“

Daraus leiten nicht wenige Muslime offenbar ab, dass nur Gläubige Gnade unter Gott finden und betrachten diesen Vers somit als Legitimierung, diejenigen, die sich von islamischen Glauben abwenden, beschimpfen, verfolgen, vertreiben und sogar töten zu dürfen.

Nun kann man ja trefflich über den Inhalt des Korans und der jeweiligen Auslegung streiten, die mindestes so vielfältig ist, wie es im Islam Glaubensrichtungen gibt.
Deshalb gibt es s.g. „Rechtsgelehrte“, die dem Unschlüssigen erklären, wie sie den Koran zu interpretieren haben. Natürlich ist auch dies wieder so vielfältig, wie es unterschiedliche Rechtsgelehrte gibt.
Nehmen wir den „Rechtsgutachter Scheich Saleh al-Fawsan, Mitglied des Vorstands der muslimischen Gelehrten Saudi-Arabiens“ und schauen, was er auf folgende Frage antwortet:

„Wir hören neuerdings öfter die Aussage: ‚Der Islam garantiert Glaubensfreiheit‘. Diejenigen, die das behaupten, beziehen sich dabei auf den Koranvers ‚Es gibt keinen Zwang im Glauben‘ (Sure 2, 256). Nun, stimmt diese Behauptung?“
So antwortet der Scheich:
„Das ist eine Lüge, die Allah zugeschrieben wird. Der Islam hat nicht die Glaubensfreiheit verkündigt. Der Islam verkündigte das Verbot des Polytheismus und Unglaubens und schrieb den Kampf gegen die Polytheisten vor. Falls der Islam die Glaubensfreiheit verkündigt hätte, hätte die Menschheit weder die Sendung der Gesandten, noch die Herabsendung der Bücher [der Offenbarungen] benötigt. Die Menschheit hätte weder [die Anweisung zum] Djihad noch zum Kampf nach Allahs Willen benötigt. Wenn dem so wäre, könnte jeder leben wie er wollte, jeder wäre frei. ……Allah sagte auch: ‚ Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung [mehr] gibt und die Religion Allah gehört‘ (Sure 2, 192). Derjenige, der sich weigert, Allah anzubeten, wird bekämpft. Er darf nicht sich selbst überlassen werden, sondern muss solange bekämpft werden, bis er entweder zur Religion [des Islam] zurückkehrt oder getötet wird. „
(Quelle)

Nun, da dies ein Rechtsgelehrter verkündet und ein „Islaminstitut“ auf seine Seite stellt, sollte es also unumstößlich sein und darf es also auch unter den Muslimen keinen Zweifel mehr geben und jeder moderate Muslim, der nicht nach diesen Worten handelt, ist fürderhin in den Augen derer, die die einzig wahre Wahrheit verkünden, bereits zum Abschuss frei gegeben.

mouhanad_khorchide_ulrike_hummel

„Es gibt keinen Zwang im Glauben“: Mouhanad Khorchide ist Professor für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster.

Um wie viel schlimmer es dann die trifft, die den Islam „reformieren“ wollen, wie etwa Mouhanad Khorchide (Professor für islamische Religionspädagogik an der Universität Münster) oder die, die ihm gar freiwillig und in voller Absicht den Rücken kehren, wie die Ex-Muslime, und auch die, die den Islam massiv kritisierender, wie Hamed Abdel-Samad. Sie alle dürfen gewiss sein, keine Freunde in der konservativen islamischen Ummah zu haben.
Denn gerade die, die ständig und lauthals Toleranz einfordern, sind die, die selbst nicht bereit sind, sie anderen zuzugestehen.
Das selbst in unserem Land Menschen nicht sicher vor fanatischen Auswüchsen einer Religion sind, zeigt folgender Artikel:

Angst, von der Familie verstoßen zu werden, sogar Morddrohungen: Ex-Muslime, die nicht mehr glauben, halten dies geheim. Dabei entspräche die Freiheit nicht zu glauben, dem Geiste des Korans, sagen islamische Theologen. Von Naomi Conrad


„Nein, über das Thema könne sie jetzt nicht sprechen, sagt Mina Ahadi leise, aber bestimmt. Die Telefonleitung knistert, ihr Zug rauscht von einem Funkloch ins nächste. Aber es ist nicht die schlechte Verbindung, die Ahadi zögern lässt, sondern das Thema. In ein paar Stunden sei sie zu Hause, dann könne sie offen reden. „Aber jetzt, im Zug, das geht nicht.“ Später, als sie in ihrer Wohnung in Köln ist, wird sie sich entschuldigen und erklären, dass sie sich nicht sicher fühle, wenn sie das Wort „Ex-Muslime“ oder ihren Namen in der Öffentlichkeit benutze. Nur zu Hause könne sie offen reden.“

Der ganze Artikel hier

waleed_al-husseini_private

Bei islamischen Eiferern nicht willkommen: Waleed Al-Husseini, der in der Westbank islamkritische Blogs unter seinem eigenen Namen veröffentlichte, wurde 2010 verhaftet. Er verbrachte zehn Monate in Haft.

 

 

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