Die spinnen, die Münsteraner

Nein, das ist kein Artikel aus dem Postillion, sondern erschreckende Wahrheit.

Deutschland ist beliebt bei Touristen aus vielen Ländern. Sie kommen zu uns aus vielfältigen Gründen wie der Landschaft, der Kultur, dem guten Essen, den vielfältigen Menschen und sie kommen gern und wiederholt. Tourismus ist also auch in Deutschland ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftszweig und es wird viel unternommen, um jedes Jahr noch mehr Gäste für unser Land zu begeistern.Offenbar ist jedoch auch Tourist nicht gleich Tourist, sondern man unterscheidet auch hier nach Portomonai und Herkunft.

„Ein Niederländer, der als Tourist nach Deutschland reist, gibt am Tag 46 Euro aus. Ein Reisender aus den Golfstaaten lässt dagegen rund 460 Euro im Land – das zehnfache. Die Stadt Münster hat dies erkannt und will daraus Kapital schlagen. Gutbetuchte Araber lassen sich viel zu selten blicken. Darum hat die Stadt Münster ihren Werbeflyer jetzt ins Arabische übersetzen lassen – und hat an einigen Stellen auch visuell nachgeholfen.“

(Quelle incl. Audio)

Ist uns also der Tourist aus den Golftstaaten mehr wert als der Niederländer, der sogar (was für eine Frechheit) dazu neigt, auch seine Unterkunft gleich mitzubringen?
Offensichtlich, denn nicht nur, dass man Werbeflyer ins arabische übersetzt, was an sich eine sehr höfliche Geste ist, die ich als Deutscher mir umgekehrt auch in so manchem Urlaubsland wünschen würde, man rückt nun auch von seiner, ansonsten gelebten und von vielen geliebten Kultur und Lebensweise ab, um ja nicht das muslimisches Gemüt zu erschüttern:

„Wir haben den Hinweis bekommen, dass es viele Fotos, die nackte Haut zeigen, gibt, die man lieber nicht so präsentieren sollte“, sagt die Leiterin der Tourismusbehörde in Münster, Bernadette Spinnen. „
Für mich scheint hier der Name  Programm zu sein, denn dass Frau Spinnen einem Hinweis vom Islaminstitut der Uni Münster folgt, von dem sich die Stadt und Frau Spinnen als Leiterin der Marketingabteilung der Stadt explizit beraten lassen hat, hat für mich irgendwie einen unschönen Beigeschmack.

„Als Konsequenz wurde eine Reihe von Bildern ausgetauscht. Die Münsteranerin mit Spaghetti-Träger-Top, das händchenhaltende Paar am Aassee, die Ballett-Tänzerin mit schulterfreier Korsage – all diese Fotos sind raus aus dem Stadtflyer für die arabische Welt. Eine Tänzerin wurde durch die Außenansicht des Theaters ersetzt.“

Ähnlich hat auch Köln bereits agiert und verschweigt Veranstaltungen wie den CSD, der zu Köln gehört wie seine unzähligen bunten, schrillen und einzigarten Menschen. Man könnte nun mutmaßen, dass vielleicht in absehbarer Zeit sämtliche Homosexuellen der Stadt in der Hauptsaison nur noch bestimmte Bereiche der Stadt aufsuchen dürfen, vielleicht sponsert man ihnen aber auch von den Mehreinnahmen, die man sich aus arabischen Quellen verspricht, ein Zugticket für eine Stadt ihrer Wahl- natürlich dann nicht Münster – das gäbe Ärger!

Und die Bürger empören sich! Natürlich verständlich für uns alle, nicht aber für Frau Spinnen und die Stadtoberen von Münster, was wir wiederum verstehen, denn ein Stadtoberhaupt, welches gerne ignoriert, dass Salafisten ungestört die Universität oder öffentliche Plätze bevölkern, das hat entweder einen Hang zum Orientalischen oder ist schlicht unfähig und derweil vom um sich greifenden Phänomen des Bückens, Schleimens und Heuchelns befallen.
Um es klar zu sagen: nichts ist gegen Höflichkeit und Entgegenkommen für alle, die unser Land bereisen möchten, einzuwenden, aber die Aufgabe der eigenen Identität die immer mehr um sich greift wird langsam zu einem hässlichen Virus, welches unsere Verantwortlichen befällt und bei Bürgern Ärger und Angst schürt, der nicht nur einem weltoffenen Land im Wege stehen, sondern zu einem gefährlichen Funken führen werden, der sich leicht entzünden kann, und genau jenen in die Hände spielt, die man eigentlich verstecken sollte.
Und wie bitte soll dann die Realität aussehen, wenn der Besucher aus den Golfstaaten im schönen Münster flaniert? Wir es dann eine „SOKO Sitte“ geben, die unauffällig aber stets wachsam dem Münsteraner an den Fersen klebt und bei Strickjackenverweigerung ein Bußgeld in Höhe von je 10 Euro erhebt? Was führt dann das Theater auf – „Die Entführung aus dem Serail“, natürlich exklusive anrüchiger Kußszenen?

Irgendwie erinnert mich diese „Posse“ an die kürzlich gesendeten Bilder aus Sotschi, wo Armut. Zerfall und Alltag hinter blumenberankten Mauern weggeschlossen wurde, die man eigens über Nacht errichtete, weil man sich der eigenen Identität schämte.

Ich schäme mich nicht für mein Land, mit all seinen wunderbaren Menschen, der so vielfältigen Natur, den so einzigartigen Traditionen verschiedener Regionen, aber ich schäme mich für die Menschen, die all dies offenbar nicht wert sind, weil sie nicht dazu stehen, wer wir sind und wie wir sind.

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