Erdogan – vom hohen Flug und tiefen Fall

Ihr werdet fragen, warum wir uns Erdogan widmen, sind doch die Salafisten unser eigentliches Thema.
Nun, wir denken, dass man im Zusammenhang mit islamischen Extremisten auch die im Auge behalten muss, die solchen Extremisten den Nährboden liefern und zu denen gehört zweifelsfrei ein Recep Tayyip Erdoğan.
Da viele, bei uns lebende Türken im Stillen doch die Türkei als „ihre Heimat“ empfinden, existiert sowohl Interesse als auch Ablehnung oder Zustimmung zum dortigen Geschehen und beides führt bereits in der deutsch-türkischen Comunity zu Auseinandersetzungen, je nachdem, welchem Lager man angehört.Nehmen wir das Ganze also einmal unter die Lupe:
Offenbar ist Erdogan nicht der Saubermann, als der er sich gern präsentiert. Was natürlich erklärt, warum er, ganz eitler Despot, Twitter sperren ließ; was nichts weiter bedeutet, als dass jemand sein Volk reglementieren und damit beherrschen will. Wie groß muss seine Angst sein, nachdem bereits seit Monaten junge Menschen im Land ihren Unmut gegen die geführte Politik zum Ausdruck gebracht haben.
Ein Land, welches vorgibt, der EU beitreten zu wollen, ist durchzogen von Korruption, der Rückkehr in eine islamisch dominierte Gesellschaft und moralischen Fehlverhaltens ihrer Führung.
Meinungs- und Pressefreiheit werden systematisch beschnitten und Befürworter dieser rigiden Politik bei Deutsch-Türken gesucht, indem man ihnen Lügen erzählt. Wer immer sich Erdogan in den Weg stellt, ist ein Feind und wird als solcher behandelt.
Nach Twitter folgte nun Youtube und ebenso ein türkischer, islamkritischer TV -.Sender, der die Wahrheit ans Licht und damit unters Volk bringen könnte. Ob die Aufhebung des Twitterverbotes durch das Verwaltungsgericht von Ankara bestehen bleibt? Wie werden die Menschen auf die umfassenden Verbote reagieren, und wie auf die zunehmende Etablierung des Islam, etwa an Islamschulen, die laut Information für alle kostenlos sein sollen, während andere Schulen kostenpflichtig besucht werden müssen?

Wie man in Deutschland reagiert, kann man bereits im Internet verfolgen: Erdogan-Anhänger jubeln und beschreien bereits , dass der Islam siegen wird, während säkulare Deutsch-Türken all jene unterstützen, die auf dem Tahrir Platz für mehr Freiheit einstehen. Dass dieser Konflikt nicht ohne gesellschaftliche Folgen für unser Land bleibt, ist abzusehen.

Wenn Erdogan nun auch noch Syrien in seinen ganz persönlichen Machtkampf hineinzieht, dann wird dieser Kampf direkt vor unserer Haustür ausgetragen und man darf gespannt sein, welche Konsequenzen unsere Regierung daraus zieht.

In diesem Zusammenhang fragt die AtR zu Recht

Ist Erdogan politisch am Ende?
und analysiert die Lage kurz vor den Wahlen in der Türkei.

„Am kommenden Wochenende werden in der Türkei die Posten der Kommunalpolitiker durch landesweite Wahlen neu besetzt. Viele Beobachter gehen davon aus, dass die Wahlergebnisse auch über die politische Zukunft des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan entscheiden werden. Seit Ende letzten Jahres ist Erdoğan immer neuen Vorwürfen ausgesetzt. Dabei geht es neben Korruption, auch um Günstlingswirtschaft bei der Vergabe von staatlichen Großaufträgen und die Kontrolle der Medien.
Unbestritten ist, dass hinter diesen Attacken einflussreiche Interessengruppen stehen, denen Unternehmer, Politiker und in großer Zahl die Anhänger des im amerikanischen Exil lebenden türkischen Predigers Fethullah Gülen angehören. Sie alle sind über Erdogans selbstherrlicher Führungsstil empört und möchte seine politische Karriere so schnell wie möglich beenden. Nicht wenige haben deshalb die Hoffnung, dass die AKP und ihre Kandidaten bei den türkischen Kommunalwahlen am 30. März Einbußen von den Wählern abgestraft werden.“

zum ganzen Artikel hier

Warten wir also ab und malen wir uns doch schon aus, welche Auswirkungen die Wahlergebnisse auf uns haben können, auf die hier lebenden Türken, auf das gemeinsame Miteinander – und hoffen wir das Beste!

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